Vita – Renate Behla
In Dresden geboren
Studium an der Werkkunstschule Wuppertal
Examen im Bereich Grafik-Design und Illustration
Wechselnde Arbeit in grafischen Ateliers –
in Lausanne an Tapisserien in Hautelisse-Technik
1975-1994 Atelier als Grafik-Designerin
1990 Beginn der künstlerischen Arbeit
Schwerpunkte: Zeichnungen, textile Objekte
Renate Behla – Porträt
Renate Behla wurde in Dresden geboren. Bereits als Kind
nahm sie Zeichenunterricht in einem Arbeiterzirkel in der DDR.
Die Flucht der Familie 1960 in den Westen war ein starker
Bruch in ihrer jungen Biografie, der z.T. bis heute in ihren
Arbeiten Ausdruck findet: Teilung – Fügung, Bindung – Riss,
die Suche nach der reinen Linie.
Sie studierte an der Werkkunstschule Wuppertal im Fach-
bereich Grafik Design/Illustration. Es folgten kurze Tätigkeiten
in grafischen Ateliers und Werbeagenturen. 1971 erlernte
Renate Behla in Lausanne das Bildweben, die Hautelisse-
Technik. Daher rührt neben den grafischen Arbeiten ihre
Am-
bition zum Textilen und Stofflichen – den verwebten inhaltlichen Zusammenhängen. Ab 1975 arbeitet sie im eigenen Atelier
als Grafik Designerin.
Gezeichnet hat sie nebenbei immer wieder; Landschaften in
Frankreich, Porträt- und Aktstudien, jedoch ohne künstlerischen
Anspruch und Ausdruck - wie sie es heute sieht. Das änderte
sich schlagartig in den politisch aufregenden Monaten der
Wendezeit - als hätte sich ein abgespaltener Teil ergänzend
wieder eingefügt.
So begann erst 1990 die eigentliche künstlerische Arbeit, mit
Zeichnungen von großer Intensität und auch Authentizität, von
denen sie selbst überrascht war. 1991 folgte die erste Einzel-
ausstellung in einer Dresdner Galerie, 1994 die Ausstellung
„Mit Kühler Schläfe“ im Wagner-Museum Graupa/Pirna; 2001
„Inner Visions“ im Goethe-Institut Damaskus; BBK Oldenburg; FrauenMuseum Bonn; Große Kunstausstellung NRW; Installation
in der Stadtkirche Karlsruhe – Internationaler Wettbewerb;
CityKirche Mannheim, Große Kunstausstellung München;
Gedok München „Körper“ - Städtische Galerie Rosenheim.
2006 erhielt Renate Behla auf der V. International Biennial of
Drawing den Prize of the Union of Visuel Artists of the Czech
Republic. Neben ihrer künstlerischen Arbeit studiert sie an der
Heine-Universität Düsseldorf als Gasthörerin Kunstgeschichte
und Philosophie.
Zu meinen Arbeiten
Meine künstlerische Arbeit begann zunächst mit sehr sparsamen Zeichnungen, die spontan, wie aus einer inneren Notwendigkeit entstanden. Dabei zeigten und erklärten sich mir mythologische, psychische und religiöse Bedeutungen und Zusammenhänge.
Diese Grundthemen behaupte und variiere ich in neuen
Zusammenhängen, verschiedenen Techniken und Materialien.
(Renate Behla, 2000)
Zeichnen zugespitzt gegen alle Erwartungen und die Jury im
gut gefüllten Kopf. Die eigene Linie finden zwischen den all-
mächtigen Behauptungen. Die inneren Bilder zerreissen, neu
fügen und Linien ziehen zu ihrem Schutz. Zeichnen ja, aber
was? Nachbars Lumpi, den Fisch auf dem Berg, Odins Pferd sechsbeinig - oder vielleicht nur das fünfte Bein? Entscheiden
und trennen im freien Fall. Das Netz gezeichnet oder ein Seil.
Das heisst lange suchen, warten und Bündnisse eingehen
die nicht halten und manchmal findet man dann doch noch -
so ganz nebenbei - das Haar der Berenice.
(Renate Behla, 2007)